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Marc Atkinson: Voices (Review)

Artist:

Marc Atkinson

Marc Atkinson: Voices
Album:

Voices

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: PureMusic/Just For Kicks
Spieldauer: 73:01
Erschienen: 10.04.2026
Website: [Link]

„Und so endet alles wie es begann. Eine Stimme, eine Seele, allein. Eine Reise die endet, ein andere, die beginnt. Wir sehen uns auf der anderen Seite. Ein vorläufiger Abschied von dir...“ (letzte Zeilen im 12-seitigen „Voices“-Booklet von MARC ATKINSON)

Was für eine Stimme!
Eine für die Wilderer im guten Progressive Rock sicher bekannte Stimme. Denn schließlich gelten/galten besonders RIVERSEA (Bitte nicht mit den polnischen RIVERSIDE verwechseln!), aber auch MOON HALO längst zu einer festen Szene-Größe vieler Proggies. Einen großen Anteil hatte daran eine ganz besondere Stimme – die von MARC ATKINSON. Und genau dieser britische Sänger legt nunmehr sein drittes Solo-Album vor, das mehr als deutlich dem Vorgänger „Heart & Soul“ folgt und wiederum mit ganz viel Herz, Seele und Ruhe sowie viel, viel Gefühl daherkommt.


Musik zum Träumen und Trauern, zum Genießen und Sich-fallen-lassen, aber ganz offensichtlich auch zum endgültigen Abschiednehmen. Nichts, aber auch gar nichts für den vorrangig auf Komplexität setzenden Proghead, dafür aber für den großen Herzenmenschen, der Musik liebt, die ihn zur Ruhe und Harmonie und dem ganz großen Gefühl einlädt – und die Seite in ihm anspricht, die bei ihm in Schwingung versetzt wird, wenn beispielsweise ein DAVID GILMOUR mit einem entspannten, harmonischen Gitarren-Solo um die Ecke kommt und auf seine ganz spezielle Insel einlädt. Eine Insel, auf der auch ein MARC ATKINSON anscheinend als Prog-Schiffbrüchiger seinen Platz gefunden hat.


Übrigens begann die musikalische Sozialisation von MARC ATKINSON bereits während seiner Schulzeit, als er gemeinsam mit zwei späteren Musikern von MOSTLY AUTUMN aufwuchs und als Straßenmusiker musizierte – eine (leider viel zu früh verschwundene) Band, die man tatsächlich auch in der Musik eines MARC ATKINSON wiederentdeckt. Und schon immer liebte Atkinson Balladen – was von der ersten bis zur letzten Minute im Grunde auf „Voices“ zu hören ist.

So begrüßen uns bereits auf dem Album-Opener floydianische Gitarrenklänge und die zarte Atkinson-Stimme mit der Frage: „Wo nur soll ich beginnen?“, eröffnet das 'stimmenvolle' Album „Voices“ des singenden Multiinstrumentalisten, der auf diesem Album deutliche Erinnerungen an den letzten, krachend gescheiterten GENESIS-Sänger RAY WILSON („Calling All Stations“) weckt, wofür bereits der folgende Song, zugleich Titeltrack, ein anhörliches Beispiel ist: „A special song to make you smile / It's not the only one I know...“, damit muss doch ein Song von dem guten Ray gemeint sein, oder?


So setzt sich genau die Stimmung, welche durch das nächtliche Album-Cover mit dem leuchtenden Polarstern geweckt wird, in der „Voices“-Musik fort, weswegen bereits der dritte Song „All Out Of Love“ traurig die Schattenseiten einer Beziehung beleuchtet, die Atkinson ein wenig melodramatisch besingt: „It's harder to see how good things could be / When dark clouds are spoiling the view“.

Für viele könnte das absolute Langeweile-Schübe auslösen, weil sie nicht bereit sind, sich den mitunter melodramatischen Stimmungen hinzugeben und in manchmal watteweichen, aber trotzdem bewegenden Sounds einzutauchen wie in einen Ozean, der umso tiefer man taucht immer finsterer wird. Besonders tief wird er auf „Say It Isn't So“. Eine Abrechnung mit Trump, inklusive originaler Sprach-Samples (die übrigens das gesamte Album durchziehen und ihm deshalb wohl den „Stimmen“-Titel verliehen): „There's a man in an iron chair / And he's ruthless and deceitful / His eyes a killer's stare / With his finger on te button...“ Und irgendwie muss man Atkinson in der derzeitigen politischen Situation wirklich rechtgeben.


Viele Stimmen-Samples, aber auch gesprochene Passagen, sorgen neben dem ruhigen Schönklang in allen Songs für genau die „Voices“-Stimmungen, die der Albumtitel verspricht. Ähnliches kennt man bereits von einem ROGER WATERS zur Genüge, der bei seinen Solo-Alben immer wieder auf die Wirkung solcher Samples setzt. Und diese Wirkung oftmals auch erzielt, so wie MARC ATKINSON auf „Voices“.

Doch trotz all der Melodramatik hinter „Voices“ sind es gerade die letzten beiden Songs – inklusive dem letzten achtminutigen Longtrack „The Here And The Now“ – die eine optimistische und hoffnungsvolle Stimmung verbreiten, auch wenn die musikalische Grundstimmung erhalten bleibt, kommt hier eine hymnische Variante hinzu. Und klar doch, „Every new day brings / Another cance for us to shine“ („The Future Starts Tonight“), bis ganz am Ende im „The Here And The Now“ feststeht: „Say the things you mean / And mean the things you say / Live each day as if it is your very last“.
Ein gelungene Botschaft, die ein gelungenes, nachdenkliches und durchgängig ruhig gestaltetes Album beendet.


FAZIT: Er hört nicht nur Stimmen, sondern verbreitet diese auch als Sprachsamples auf jedem seiner insgesamt 15 Songs von „Voices“. Der Multiinstrumentalist sowie RIVERSEA- und MOON HALO-Sänger MARC ATKINSON hinterlässt auch auf seinem dritten Solo-Album „Voices“ einen bleibenden wie ruhigen und nachdenklichen Eindruck, wobei besonders seine Stimme dem Hörer extrem nahegeht (ganz ähnlich wie die eines RAY WILSON). Ein Album für die nächtlichen Stunden, die zum Träumen einladen, bevor man dem Schlaf verfällt, damit man für die Hektik des folgenden Tages wieder gewappnet ist, denn „That life is for living, there's a lighter side / So here's some hope for your heart / Here's some love for your soul...“ (Anything Is Possible“). Alles ist möglich...

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 123x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Where Do I Begin
  • Voices
  • All Out Of Love
  • Anything Is Possible
  • Everyone Of Us
  • If I Could
  • Say It Isn't So
  • I Wont Let You Go
  • Home
  • The Maze
  • Help Me Believe
  • I Will Follow
  • So Far Away
  • The Future Starts Tonight
  • The Here And The Now

Besetzung:

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