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Glowsun: NOVÆ (Review)

Artist:

Glowsun

Glowsun: NOVÆ
Album:

NOVÆ

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Stoner Psychedelic Doom

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 53:58
Erschienen: 24.04.2026
Website: [Link]

Etwas überraschend kündigte das französische Trio GLOWSUN sein viertes Langspielalbum "NOVÆ" für das Frühjahr 2026 an, waren doch seit der Veröffentlichung von "Beyond The Wall Of Time" mehr als zehn Jahre in die felsige Wüste gezogen. Bereits die erste Single-Auskopplung "Charly Le Chien" stellte klar, dass die um Johan Jaccob neu formierte Band ihr Handwerk keineswegs verlernt hat, gleichwohl auf dem Album stärkere Songs zu finden sind.

GLOWSUN lassen es immer noch so gekonnt krachen wie anno dazumal, und haben offenbar die Zeit genutzt, um "NOVÆ" vergleichsweise abwechslungsreich und dynamisch zu gestalten. Der fette Groove ist den Mannen aus Marchiennes (nahe Lille) nach wie vor eigen, der Headbang-Faktor im eher doomigen Tempo immer noch hoch, doch es gibt auch entspannte bis leicht schräge Passagen, die den kraftvollen Sound um neue Nuancen ergänzen und der Band bestens zu Gesicht stehen.
Dass wir mit "NOVÆ" keinen Schnellschuss serviert bekommen, verdeutlicht gleich zu Beginn der Monster-Track "Change" mit seiner Spielzeit von 12 Minuten, die von der Band genutzt werden, um richtig Anlauf zu nehmen und zwischendurch eine Ruhepause einzulegen, während die Hörerschaft im steten Rhythmus mitwippen kann. Gesang im eigentlichen Sinne taucht vorerst nicht auf, es reicht, wenn nach drei Minuten einige Worte gewispert werden. Im folgenden "nur" neuneinhalbminütigen "Alive" (ja, das glauben wir) werden einige gesprochene Worte um melodische Gesangsfetzen ergänzt, doch die Instrumentalfraktion behält ganz klar die Oberhand und es knarzt, kracht und wabert ganz wunderbar. Die Wucht, mit der GLOWSUN diese Nummer ins Ziel bringen, steht Conan in kaum etwas nach, gleichzeitig verströmt der Fuzz-Faktor viel mehr Entspanntes – best of both worlds.
Auf unverfängliche Weise schlawinert das Trio in "Dryad’s Tears" durch das staubtrockene Hinterland des Alternative Rock, bevor es mit der bereits erwähnten Single den vierbeinigen Freunden Tribut zollt und bei mir zeitweise einen etwas unentschlossenen Eindruck hinterlässt – da wäre mehr Abenteuerfreude möglich gewesen. Dafür weiß das eigenwillige und mit noch nicht mal sieben Minuten ziemlich kurze "Dementia" umso mehr zu begeistern, vor allem Yann Duvivier liefert am Schlagzeug eine herrliche, anfangs "verschleppte" Performance ab, bevor die Nummer so richtig mitreißend Fahrt aufnimmt. Der Titelsong am Ende des Albums steigt mit Dröhn-Doom vom Fei(n)sten ein, Stumpf ist hier ganz sicher Trumpf, die psychedelischen Fußnoten geben der Walze allerdings noch einen leicht spacigen Anstrich, bevor alles platt gewalzt wird – voll fett!
Während "Eternal Season" und "Beyond The Wall Of Time" zur Hochzeit des Stoner-Rock-Fiebers noch via Napalm Records / Spinning Goblin erschienen, veröffentlichen GLOWSUN "NOVÆ" auf eigene Faust und möchten LP- und CD-Versionen im bekannten, von Johan Jaccob selbst entworfenen Design per Crowdfunding realisieren (https://www.ulule.com/glowsun/).


FAZIT: Nach rund einem Jahrzehnt Sendepause trumpfen GLOWSUN mit "NOVÆ" souverän auf und präsentieren ihren eingängigen Stoner Rock so schwungvoll wie eh und je, dazu noch abwechslungsreich gewürzt, sodass nicht nur Genre-Fans auf ihre Kosten kommen sollten. Willkommen zurück!

Thor Joakimsson (Info) (Review 183x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • Change
  • Alive
  • Dryad's Tears
  • Charly Le Chien
  • Dementia
  • Novæ

Besetzung:

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