Partner
Services
Statistiken
Wir
Alvader: Woede (Review)
| Artist: | Alvader |
|
| Album: | Woede |
|
| Medium: | CD | |
| Stil: | Epic Heavy Metal |
|
| Label: | Eigenverlag | |
| Spieldauer: | 34:13 | |
| Erschienen: | 24.04.2026 | |
| Website: | [Link] |
Von Wotans wilder Wut angestachelt, lassen es die niederländischen Pagan-Metal-Veteranen ALVADER auf ihrem zweiten Album "Woede" so erhaben krachen, dass selbst Traditionalisten mit lange gepflegter – und oft leider gut begründeter – Skepsis gegenüber vielerlei Heidenlärm verwundert aufhorchen mögen: So mitreißend und ernsthaft feierlich kann also Pagan Metal im Jahr 2026 klingen?!
Unverkennbar erhebt Joris van Gelre seine Stimme, um im ersten Song "Vaderland" seine Heimat zu besingen, während die Band geschickt das Tempo variiert:
Dies ist der Boden, den die Wellen umtosen / Dies ist das Reich, das die Riesen geformt haben / Vaterland / Dies ist der Ort, den die Götter bewahren / Immer verteidigt, mit Feuer und Schwert / Vaterland
Der nächste Song "Als de rossen weer razen" ("Wenn die Rösser wieder toben") prescht dem Titel entsprechend hurtig voran und vertont das Gemetzel der besungenen Reiterkrieger nahezu frohgemut. "Roode waas" ("Roter Nebel") entpuppt sich mit einem Höchstmaß an Eingängigkeit als Headbanger-Hit auch für die späteren Festival-Stunden. Die Berserker-Wut trieft aus unmissverständlichen Zeilen:
Im Nebel / Ertönt das Horn / Wenn der Wolf heult / Wütet der Zorn / Kein Gewissen / Den Tod verachtend / Jeden Feind / Niedergemetzelt
Ein Titel wie "Ongebroken" bedarf wohl kaum der Übersetzung ins Deutsche, und zehrt vom klassischen Heavy Metal, dass es eine melodische Wonne ist. Wer sich von der Zuversicht in Joris‘ Stimme anstecken lässt, wird unweigerlich seine Fäuste gen Himmel recken wollen.
Mit nur dreieinhalb Minuten Spielzeit verdichtet die zweite Hit-Single "In naam der goden" ("Im Namen der Götter") klassische Metal-Qualitäten schlichtweg unwiderstehlich. "Sterven door staal" ("Durch Stahl sterben") erinnert anfangs an die Engländer Forefather, gewinnt durch den Gesang jedoch ebenfalls eine eigene Note. Im Mittelteil wird einmal mehr deutlich, wie stark die Musik einerseits von den Vokalarrangements getragen wird und wie sie andererseits auf das Wesentliche reduziert ist: Zwar neigen ALVADER hier zweifelsohne zum Bombast, doch kleistern sie ihre Hörerschaft nicht damit zu, sondern setzen beispielsweise das Keyboard auf dezente Weise ein – das Endergebnis klingt in der Folge ziemlich grandios!
Beschlossen wird "Woede" vom hymnischen "Eeuwig weergekeerd" ("Für immer zurückgekehrt"), das dem Göttervater gewidmet ist, und dessen Gitarrensoli zum Niederknieen einladen.
Abgemischt und gemastert wurde das Album von Øystein G. Brun, der für einen druckvollen, organischen Klang verantwortlich zeichnet. ALVADER veröffentlichen "Woede" im Eigenverlag als gediegen gestaltete Digipak-CD mit einem Cover-Kunstwerk von David Thiérrée, dessen Motiv und Stimmung an den auf germanische Sagen spezialisierten Maler Hermann Hendrich erinnert.
FAZIT: Wer sich vom kriegerischen Grundtenor der sieben Songs ebenso wenig abschrecken lässt wie von der heidnisch-germanischen Ästhetik, dem bescheren ALVADER auf ihrem zweiten Album "Woede" traditionellen Epic Heavy Metal, der weit mehr als nur Bathory zitiert und mit meist eingängigen Arrangements aufwartet. Diese sind geeignet, selbst Herzen aus Stahl im Sturm zu erobern (ja, Metal ist zuweilen kitschig).
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Vaderland
- Als de rossen weer razen
- Rode waas
- Ongebroken
- In naam der goden
- Sterven door staal
- Eeuwig weergekeerd
- Bass - Ernstjan
- Gesang - Joris van Gelre, Ernstjan, Jasper Strik
- Gitarre - Reamon, Kevin
- Schlagzeug - Nico
- Woede (2026) - 13/15 Punkten
-
keine Interviews
Kontakt
